Punktspiel gegen Glienicke I

Rückschritt zum alten Muster, großem Respekt und auch ein wenig Angst

Heute kam der Tabellenzweite zu uns, mit bisher nur einer Niederlage. Schon der Gedanke daran scheint die Jungs gelähmt und verunsichert zu haben. Warum eigentlich, nach dem tollen Spiel gegen Leegebruch war heute alles drin, eventuell sogar ein Unentschieden. Die Kabinenansprache von Steffen war ruhig, kurz und knackig sozusagen. Steffen versuchte, uns die Angst vor Glienicke zu nehmen, uns aufzubauen und auf das Spiel einzustellen. Voller Zuversicht gingen wir auf den Platz zur Erwärmung. Alles war gut und alle hatten ein gutes Gefühl.

Bis die Spieler von Glienicke auf den Platz kamen, darunter drei große Spieler, die die Jungs schon alleine mit ihren Torschußübungen beeindruckten. Das waren also die drei, von denen Steffen sprach, die, vor denen wir keine Angst haben sollten, auf die wir „drauf gehen“ und uns nicht verstecken sollen. Hat er das wirklich gesagt? Kann nicht sein. Angst!

Nach dem Anpfiff begann Glienicke wie erwartet, war aber nicht so stark wie gedacht. Sie hatten zwar einen guten Spielfluss, gute Pässe und gute Wege, aber vor dem Tor zu schwach. Viele Torschüsse gingen neben das Tor oder wurden von Lennart entschärft. Für Lennart gab es auch vom gegnerischen Trainer nach dem Spiel ein Lob für seine Leistungen im Spiel. Lennart war in der ersten Halbzeit der einzige auf dem Platz, der unerschrocken war.

Aber wir zeigten in der ersten Halbzeit auch einige gute Spielzüge, hatten auch die eine oder andere Torchance durch Justin oder Lukas. Aber unser Abwehrverhalten war unterirdisch. Ständig wurden die Gegenspieler alleine gelassen oder man ließ sie davon laufen. Zweikämpfe wurden sehr selten geführt, irgendwie war die Verunsicherung zu groß. Aber wir haben gut dagegen gehalten und so ging es mit einem 0:3 in die Halbzeit.

Steffen war sauer, irgendwie ganz schön sauer. Er beschwerte sich, dass wir die Hilfe der Trainer neben dem Platz überhaupt nicht annehmen und auf dem Platz machen, was wir wollen. Zentrale Abwehrspieler sind ständig außen, stehen zu weit weg vom Gegner und fast jeder Abstoß ging verloren. Andreas gab uns noch ein paar Hinweise und redete uns gut zu. Noch war was drin.

Aber in der zweiten Halbzeit ließen wir uns hängen, verloren jeden Abstoß, gewannen kaum Zweikämpfe und ergaben uns mehr oder weniger dem Spiel von Glienicke. Schon beim Anstoß kam Glienicke mit drei oder vier Mann auf uns zu, erkämpften noch im Mittelkreis den Ball und zogen direkt auf unser Tor. Die drei am Anfang erwähnten Spieler zeigten dann Fussball von der Art, wo wir hin möchten. Hin und her ging der Ball, von einer Strafraumecke zur anderen, und wir? Wir schauten ehrfürchtig zu, machten manchmal sogar noch Platz. Der eine oder andere Spieler von uns kam schon gar nicht mehr zurück in die Verteidigung. Aber wir spielen doch auch so wie die Drei, in jedem Abschlußspiel beim Training. Warum klappt das so selten im Punktspiel?

Am Ende stand es dann 0:9. Ok, eigentlich ganz gut gegen Glienicke, die sonst ihre Gegner mit 13 oder 15 Toren wieder nach Hause schickten. Aber ehrlich gesagt war für uns heute was möglich, zumindest ein oder zwei Tore zu erzielen.

Aber der Respekt vor Glienicke war zu groß.

2013-06-17T19:35:53+00:00